Naturprojekte

Hier ein Überblick über Naturprojekte, an denen unsere Selbsthilfegruppe beteiligt war.


“Na~Schiff” – Ein Projekt zur Förderung der biologischen Vielfalt

Unsere Gruppe hat mit insgesamt 30 Teilnehmer*Innen über den Tag verteilt am 20. Juni ein inklusives sowie generationenübergreifendes Naturerlebnis durchgeführt: Wir haben ein  mobiles Hochbeet, das unterfahrbar für RollstuhlfahrerInnen und wie ein Schiff designed ist, als so genannte “Arche Noah” für Tiere und Pflanzen gestaltet, um die Wichtigkeit der Biologischen Vielfalt darzustellen. Es bietet z.B. Insekten, Bienen, Vögeln Unterschlupf und Schutz, beheimatet aber auch heimische Pflanzen wie z.B. Kräuter.

Da wir den Buchweizen, wie ursprünglich geplant, zu diesem Termin nicht bekommen konnten, haben wir stattdessen Hirse genommen, das auch auf nährstoffarmen Böden gut gedeiht und auch für Bienen eine gute Anflugspflanze bietet. Peter Rüther, Botaniker von der biologischen Station Ostenland sagt dazu: “Insgesamt ist eine Begrünung des Hochbeetes mit Hirse sehr gut geeignet, um Kindern den Wert alter Nutzpflanzen für uns Menschen und die Bedeutung von nektar- und pollenspendenden Pflanzen für Insekten deutlich zu machen. In mehrfacher Hinsicht werden hiermit Aspekte der Erhaltung biologischer Vielfalt aufgegriffen.”

Das Hochbeet wurde gemeinsam von SeniorInnen der Paderborner Senioreninitiative e.V. und Kindern/ Familien mit Schlaganfall gestaltet. Auch die Pflanzen wurden von den Kindern und SeniorInnen in Einzelaktionen unter den vorgegebenen Corona-Schutzmaßnahmen gepflanzt.

Rollifahrer können ebenfalls am Beet tätig werden, weil es unterfahrbar ist, blinde Menschen können die Pflanzen riechen, ertasten und schmecken.

Zunächst haben wir dieses erste unterfahrbare Muster Hochbeet mit Gemüsepflanzen, Erdbeeren und Kräutern vor den Räumlichkeiten der Senioreninitiative aufgestellt, so dass es gemeinsam gepflegt werden kann und die Familien mit Kindern und älteren Menschen mit und ohne Handicap sich dort damit versorgen könnten. Da wir uns auch mit unserer Gruppe dort treffen dürfen, haben wir nach Absprache jederzeit Zugang zum gemeinsamen Hochbeet.

Jede der Familien der “Paderborner Senioreninitiative e.V.” und unserer Familien mit jungen Menschen mit Schlaganfall von “Stroke Families” hat zudem  einen Behälter für den Balkon oder die Küche zur Selbstversorgung erhalten, die wir ehrenamtlich vorbei gebracht haben. Diese könnten sie einzeln versorgen und zu Hause erkennen, wie Pflanzen wachsen.

Ein ganz wichtiger Punkt in der jetzigen Zeit mit Kontaktbeschränkungen, besonders für SeniorInnen oder Kinder mit Immunschwäche ist das Anbringen eines Nistkastens an einem langen “Mast” im Hochbeet, in dem sich eine Nestkamera befindet und eines selbst hergestellten Insektenhotels. An diesem Mast wurde zudem ein Segel befestigt, das Kinder und Seniorinnen gestaltet haben und auf dem sie den Namen und Begriff “biologische Vielfalt” geschrieben haben. Über die Nestkamera können ältere Menschen, die alleine leben oder in Seniorenheimen oder auch Kinder mit Handicap oder Vorerkrankungen, die zur Zeit wenig bis gar nicht raus kommen, dieses über einen Stream im Internet beobachten.

Damit die Barrierefreiheit des Films noch besser gewährleistet ist, waren Steffi des Projekts “DGS – Barrierefreie für Gehörlöse & Schwerhörige Menschen” und Bartholomäus Rymek so engagiert und haben den Bau noch einmal in Gebärdensprache aufgenommen. Auch der Einsatz der Nestkamera im Nistkasten wurde demonstriert.

Im Endeffekt soll das mobile, unterfahrbare Hochbeet “Arche Noah” in wechselnden Intervallen dort aufgestellt werden, wo über die Wichtigkeit der Biologischen Vielfalt informiert werden kann, u.a. bei der Biologischen Station oder an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache oder auch Schulen mit Notbetreuung.

Überdies haben wir die Aktion bei der “UN- Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ angemeldet.

Wir danken der Stiftung Ostwestfalen-Liebe herzlich für ihre großzügige Unterstützung des Projektes.

Hier seht ihr einmal einen filmischen Einblick in die Aktion:

Darüber hinaus wurde das Projekt am 25.9.2020 von unserem Schirmherrn Landrat Manfred Müller ausgezeichnet.

Unsere Aktivitäten haben laut Pressemitteilung “die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Selbsthilfegruppe einen ‘Vielfalt-Baum’, der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt. ‘Als langjähriger Schirmherr der Stroke Families freue ich mich ganz besonders über diese Auszeichnung durch die UN-Dekade’, erklärt Landrat Manfred Müller und fährt fort: ‘Was die Stroke Families als Selbsthilfegruppe auszeichnet, ist, dass sie sich nicht nur auf die Hilfe für Schlaganfall-Patienten konzentriert, sondern immer auch auf andere Institutionen wie hier die Senioreninitiative zugeht und sich mit vielen, kreativen Ideen in neue und gemeinsame Projekte einbringt. Als Landrat hatte Manfred Müller den Verein seit Jahren begleitet und als Schirmherr unterstützt. Auf Wunsch der Stroke Families wird er das Ehrenamt des Schirmherrn auch weiterhin ausüben. Ich freue mich auf viele weitere Projekte, die wir zusammen umsetzen werden’, so Müller.

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Natur ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit dem Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ den Blick auf die Chancen, die die Natur für den sozialen Zusammenhalt bietet. Ausgezeichnet werden vorbildliche Projekte an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen, die zeigen, wie konkrete Maßnahmen praktisch aussehen.

Über die Auszeichnung von Projekten entschied eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagte zweimal im Jahr.

Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.” (Quelle Kreis Paderborn/UN-Dekade Biologische Vielfalt)

Nahmen Auszeichnung für ihr Engagement mit Freunde entgegen: (v.l.) Landrat und Schirmherr Manfred Müller und Claudia Richter von der Paderborner Senioreninitiative e.V. mit den Vereinsmitgliedern von Stroke Families: David Höwelkröger, Maja Ostermann und Sabine Höwelkröger sowie Peter Rüther von der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne. Fotograf: Kreis Paderborn, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Meike Delang

Stroke Families auf dem Jugendwandertag 2020

Die geplante Aktion musste aufgrund der Covid-19-Pandemie leider abgesagt werden. Die Preisverleihung fand aber online statt und wir haben dort den zweiten Platz in der Kategorie Jugendgruppen gewonnen. Hier ist der Link zur Preisverleihung auf YouTube.

Am 2. Mai 2020 sind wir auf dem deutschen Jugendwandertag der deutschen Wanderjugend in Paderborn Schloss Neuhaus vertreten, darunter auch mit einer Theaterwanderung der inklusiven Theatergruppe “Die Bühnenadler” unseres Projektpartners Broadwood. Wir freuen uns darauf, den Paten der Aktion, den Reporter und Welterforscher Willi Weitzel kennenzulernen. Genauere Infos findet ihr unter jugendunddraussen.de Auf dem Foto unten seht ihr, wie wir mit der Theaterpädagogin für unsere Wanderung inklusive Tierstimmen und Tierspuren planen.

Inklusive Wasserwanderung im Juni 2019

Am 1. Juni fand im Rahmen des Jugendwandertags unsere inklusive Theater-Wasserwanderung bei wunderbarem Wetter vom Startpunkt am Neptunbrunnen und Endpunkt an der Paderumflut vor der Paderhalle statt. Es war uns ein “inneres Blumenpflücken”…äh, äußeres Entenangeln. Unsere Theaterpädagogin Gisela hat mit Feuereifer ihre Fischrolle eingenommen und eine spannende Geschichte zur Augenquelle erzählt. Roland und Julia waren fasziniert vom Angeln in der Pader, unserem kürzesten Fluss Deutschlands. Außerdem haben sie durch Meeresbootschafter André Wiersig, der uns als Qualle, respektive Meereskönig Neptun begleitet hat, kreativ verinnerlicht, dass z.B. Plastikmüll leider manchmal im Meer landet und man dieses u.a. vermeiden kann, indem man schöne Stofftaschen nutzt. Die Kinder haben sie zwecks Verschönerung liebevoll angemalt. Danke an euch alle für eure Fröhlichkeit, eure Ausdauer und euer Interesse an den spielerisch vermittelten Umweltthemen. Außerdem haben alle Beteiligten an einem von Anna Maria geschriebenen Stück über eine verzauberte Meerjungfrau teilgenommen. Danke an alle großen und kleinen engagierten TeilnehmerInnen.


Hier ein paar Impressionen unserer kreativen Mal- und Bastelaktion in Sabine Jaekels Mal- und Kreativschule Lichtenau, bei der wir aus naturnahen Materialien ein inklusives, barriefreies Spielplatzmodell  gebastelt haben. Dazu gab es einen Rundgang durch den nahe gelegenen Wald, begleitet durch einen Förster. Das Modell wurde später dem Paderborner Bürgermeister Michael Dreier in einer feierlichen Aktion überreicht.